Medien Lethargie

In einem Forum äußerte sich neulich jemand zur gesellschaftlichen Anerkennung von Videospielen. Eher nebenbei äußerte er sich zu seinen generellen Medien-Konsum der, nach meiner Erfahrung, einen starken Kontrast zur Allgemeinheit darstellt. Können Filme, Bücher, Games mehr als nur reine Unterhaltung sein?

Als erstes möchte ich den Abschnitt Zitieren der mich zu diesen Artikel Inspiriert hat:

Ich interessiere mich für so viele Dinge, wenn es nach mir ginge wäre ich gerne ein berühmter Sänger, ein gefeierter Held, oder auch ein anerkannter Maler, oder Architekt. Diese Neigung von großen Dingen zu träumen ist so ausgeprägt bei mir, dass ich sie Fluch und Segen zur selben Zeit nennen kann. Es gibt so viele Dinge die ich gerne tun würde und doch nie erreichen werde, so dass ich mich oft einfach unzufrieden fühle und mein Leben hinterfrage, andererseits wäre ich ohne diese Sehnsucht nach Abenteuern nicht ich. Ich liebe es einfach meine Gedanken schweifen zu lassen und mir Geschichten auszudenken, ich liebe es Filme zu genießen um sie danach nach Sinn und Logik, oder Szenen die ich anders gestaltet hätte zu hinterfragen. Das bin ich und so werde ich immer sein, immer nach den Sternen greifend…TwonkeyKong

Wenn ich diesen fast leidenschaftliche Konsum mit dem meines Umfeldes vergleiche fällt mir auf, dass die meisten – oder besser der Mainstream – Medien eher als reine Zeitvertreibung sehen. Wer setzt sich denn im Nachhinein wirklich noch mal mit einen Film auseinander. Im Grunde reicht es den meisten wenn er für 2 Stunden spannend bleibt. Und so haben sich auch die Masse der Filme, Bücher, Spiele oder Musik entwickelt.

Medien werden immer kurzlebiger, wer spricht schon von 2 Jahre alten Filmen? Warum auch? Wir werden doch täglich von „neuen“ Titeln überschwemmt. Die Industrie stellt sich darauf ein und Produziert inhaltlich flache Ware die zwar gut schmeckt aber keinen Nährwert hat.

Ist es denn wirklich das was wir wollen? Es gibt selbstverständlich auch Ausnahmen, Erzeugnisse die mehr sein wollen als kurze Unterhaltung, die Gedanken anregen und Emotionen vermitteln wollen. Die Frage ist daher eher: Warum begnügt sich der Mainstream mit seichter Kost?

Einerseits kann man natürlich anführen dass man nicht immer Aufnahmefähig ist, und man sich auch nur einfach auf der Couch Entspannen will. Aber sollte man dann nicht hinterfragen warum man so erschöpft ist? Immerhin ist es der Medienkonsum der uns stark beeinflusst und auch formt. Dazu kommt, wie der Forumuser TwonkeyKong schrieb, wir oft gar nicht die Zeit und Möglichkeit haben viele Erfahrungen zu machen. Warum die Medien also nicht auch zur Entwicklung unseres Geistes und unserer Persönlichkeit nutzen?

Andererseits sehe ich schlicht die Orientierungslosigkeit in den Medien. Man kann nur konsumieren was man kennt. So sollte man sich fragen wer steuert diese Kanäle? Vor dem Internet war diese Frage recht einfach, abgesehen von Mund zu Mund Empfehlungen, wird für uns vor selektiert. Egal ob Fernsehsender, Radio oder Zeitung. So wird entschieden was uns gefallen könnte. Auf die (Verschwörungs)Theorie „Opium für die Massen“ möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Alternativ haben natürlich Produzenten die Möglichkeit uns mit Werbung über ein Produkt zu informieren, leider richtet diese sich meist an das gleiche Publikum. Eine Werbung für eine fremde Zielgruppe können sich die wenigsten leisten, und so bleibt Werbung für alternative Werke in alternativen Medien. Wer in der Musik nur die Charts hört wird viele fantastische Werke aus Genres wie Metal oder Rock schlicht verpassen.

Und dann kam das Internet… Für Leute mit breit gefächerten Interessen die gerne über den Tellerrand kucken ist das Internet ein wahrer Segen. So ist es mit minimaler Eigeninitiative möglich seinen Horizont zu erweitern und neue Werke zu entdecken. Ich kann mir nicht vorstellen wie sich allein mein Musikgeschmack ohne Internet und die freie Verfügbarkeit von verschiedenen Kanälen gebildet hätte. Doch befürchte ich auch dass ich in diesen Punkt ebenfalls von den Mainstream abweiche, und nur wenige das Internet so erforschen.

Nachdem ich diesen Artikel mittlerweile schon selber fürchterlich prätentiös finde, darf die Moral-Keule am ende nicht fehlen: Also zeigt Initiative und nehmt nicht immer das was euch als erstes vorgesetzt wird. Es gibt Medien die mehr können als nur schlicht zu Unterhalten – wer will schon ein RTL-Zuschauer sein.

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