Geplante Obsoleszenz

Damals in der DDR gab es politische Vorgaben wie lange Produkte halten sollten. So sollten Kühlschrank und Waschmaschinen 25 Jahre halten. Dies war aufgrund der Rohstoff Knappheit durchaus sinnvoll. Es klingt aber schon ein wenig vermessen dass die Politik über die Lebenspanne eines Produkts bestimmt. Doch wäre die Idee auch heute durchaus Interessant.

Das Schlagwort ist geplante Obsoleszenz – das bedeutet das Hersteller die Lebensdauer eines Produkts künstlich beschneiden. Das hat den Vorteil dass man schlicht mehr verkaufen kann. Die Nachteile liegen klar auf der Hand: Unmengen von Müll, es wird nicht repariert sondern weggeworfen und neugekauft. Dazu kommt die enorme Verschwendung von Rohstoffen, die wie wir alle wissen durchaus Begrenzt sind. Den Transport und  die Verpackung sollte man auch nicht vergessen. Und zu guter letzt bezahlen wir Verbraucher eben für die Neuanschaffungen.

Das Problem: Die Nachteile fallen nicht auf die Hersteller zurück. So haben diese nur die wirtschaftlichen Vorteile. Und diese nutze auch große namenhafte Hersteller. Es folgen ein paar Beispiele aus einer Dokumentation die kostenlos Online angeschaut werden kann: Kaufen für die Müllhalde – Arte

Leuchtmittel  – Phillips, Osram & Co

Wie lange leuchtet eine Glühbirne? Ende des 19. Jahrhunderts, als die ersten Glühbirnen den Markt erreichten, lag die durchschnittliche Lebensdauer bei 1800 Stunden. Um 1920 hielten sie mit 2500 Stunden schon deutlich länger. Nach 1924 viel die Lebenspanne plötzlich auf 1000 Stunden, und das bei allen großen Herstellern. Grund dafür war ein Kartell, dass 1924 gegründet wurde. Gründer waren unter anderen Phillips, Osram und General Electronics. Die Logik dahinter war einfach: Die Glühbirnen halten nicht mehr so lange und müssen so früher ersetzt werden – der Absatz stieg enorm.

Erst 1942 flog das sogenannte Phoebus Kartell auf, und obwohl es ein Verbot für die absichtliche Verkürzung gab haben sich die 1000 Stunden bis heute gehalten. Mittlerweile gibt es mehrere Patente für Glühbirnen mit 10.000 Stunden Leistung, aber keine hat es bis heute zur Marktreife geschafft.

Drucker – Epson & Co

Jeder weiß: Die meisten Drucker sind so Preiswert weil der Umsatz mit den Farbpatronen gemacht wird. Es ist auch schon bekannt das neuere Patronen des gleichen Models weniger Tinte enthalten als vor zum Beispiel 2 Jahren. Doch es geht auch einfacher: Eine Software im Drucker zählt die Druckvorgänge und legt bei überschreiten einer Grenze schlicht den Drucker lahm. Der Nutzer bekommt bei den Versuch weiter zudrucken schlicht die Meldung: Der Drucker ist Kaputt. Ein russischer Programmierer lüftete dieses Geheimnis und bietet ein Programm das den internen Zähler wieder auf Null setzt – und schon funktioniert der Drucker wieder. Ein sehr dreistes Beispiel für geplante Obsoleszenz.

Apple – IPod

Es geht um die ersten IPods mit fest verbauten Akkus. Dabei weiß jeder, dass Akkus in einen elektrischen Gerät als erstes den Dienst quittieren. So gab bei den Meisten nach rund 1-2 Jahren der Akku auf. Apple bot keinen Austausch von Akkus an sondern empfahl einen Neukauf. Was war passiert – austauschbare Akkus waren lange Standard gewesen, und Apple stellte sich doch stehts als grünes Unternehmen dar? Erst nach einen Sammelklage lenkte Apple ein und bietet mittlerweile einen Austausch der Akkus an. In diesen Rechtsstreit gab auch Apple die mindest Haltbarkeit der Akkus mit 18 Monaten an. Was in diesen Fall gleich bedeutend war mit der Lebensspanne des Produktes, da ist es fast ein Hohn qualitativ hochwertige Materialien zu verwenden.

Autos, Handys, Textilien, …

Geplante Obsoleszenz muss nicht immer mit einen geplanten Defekt umgesetzt werden. Es gab und gibt viele Ingenieure die sich dagegen wehrten extra einen Verschleiß mit einzubauen. So kam eine neue Idee auf: Es gilt den Kunden zu überreden sich ein neues Produkt zu kaufen auch wenn das alte noch völlig in Ordnung ist. Das Ergebnis sind Jahresmodelle mit minimalen Neuerungen, meist reicht schon ein neues Design. Und es funktioniert.

Heutzutage ist die geplante Obsoleszenz kein Geheimnis mehr, und gehört in den Standard Lehrplan von Wirtschaftler und Ingenieuren. Auch wenn die geplante Obsoleszenz die Wirtschaft enorm ankurbelt, und so auch Arbeitsplätze schafft, geschieht dies letztendlich auf den Kosten unserer Umwelt. Sie ist so fest in unserer Konsum-Gesellschaft verankert, dass eine glaubwürdige Alternative schwer zu finden ist. Eine Möglichkeit wäre Hersteller zu verpflichten gebrauchte Waren zurückzunehmen und diese zu Recyceln.

Was haltet Ihr davon? Schreibt es in die Kommentare 🙂

2 Gedanken zu „Geplante Obsoleszenz

  1. Einerseits finde ich das es eine ziehmliche Sauerei ist, sowas überhaupt abzuzeihen. Andererseits aus unternehmerischer Sicht jedoch ist das natürlich gar nicht so doof. Warum durch eine Reparatur vielleicht nur 30 Euro verdienen, wenn durch einen Neukauf schlichtweg der Gewinn maximiert wird.

  2. Das ist total bescheuert. Diese bescheuerten Kapitakistenschweine. Die machen die Umwelt kaputt, verbrauchen Ressourcen, greifen in die Lebensräume ein und ziehen den Kunden das Geld aus der Tasche- natürlich auch schön blöd, wenn man den Scheiß auch noch unterstütz. Lieber gebrauchte Geräte kaufen und diesen Kapitalismus nicht noch unterstützen. Schaut euch die Welt an- wollt ihr wirklich mit Schuld daran sein, dass unser Planet vor die Hunde geht?

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